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Newsletter 02/2008
100 Jahre - feiern in der Festhalle
Die Arbeiterfesthalle der Portland Cementwerke Heidelberg und Mannheim AG in Leimen wurde vor genau 100 Jahren als Wohlfahrtseinrichtung ihrer Bestimmung übergeben.
Die Festhalle sollte den Arbeitern und Angestellten sowie deren Familien vor allem als Versammlungsort und zur Weiterbildung dienen.
Neben einem großen Versammlungssaal waren eine Bücherei mit Lesezimmer, ein Billardzimmer, eine Kleinkinderschule mit einer ausgebildeten Erzieherin sowie eine modern eingerichtete Küche vorhanden. Letztere diente auch den Töchtern der Beschäftigten als Lehrküche.
Der Versammlungssaal verfügte über eine gut eingerichtete Bühne mit Lichtbildapparat und Kinematograph. Bis zu 2.000 Personen fanden Platz.
Fast jeden Sonntag fanden Vorträge, Theateraufführungen und sonstige Unterhaltungsveranstaltungen statt. Das traditionelle Arbeiterfest wurde jeweils im Herbst abgehalten und vom Arbeitergesangverein musikalisch umrahmt.
Das Leitmotiv, das auch als Schriftzug über dem Eingang angebracht war, lautete:
Tages Arbeit – Abends Gäste
Saure Woche – Frohe Feste
An der Tür der Festhalle hatte der technische Vorstand Friedrich Schott als Symbol der Einigkeit zwischen Arbeitern und Unternehmern zwei ineinandergeschlungene Hände, einen Abguss seiner Hand und der des damaligen Arbeiterführers, Emil Rüdiger, anbringen lassen.
Zusammen mit verschiedenen Werksvereinen, dem Schützenverein und der Fabrikfeuerwehr bildeten die werkseitigen Sozialeinrichtungen einen kleinen Kosmos.
In diesem waren Arbeiter und Beamte sowohl in der Arbeitszeit als auch in der Freizeit eingebunden. Die isolierte Lage des Werks vor den Toren der Stadt Leimen förderte die Bildung einer eigenen Identität. Die halböffentlichen Werkseinrichtungen bewirkten andererseits eine zunehmende Integration des Zementwerks in das kommunale Leben.
Im ersten Weltkrieg diente die Festhalle als Lazarett. Im Dritten Reich war sie während der Renovierung der alten Kantine, Werksküche und Werkskantine.
Nach umfangreichen baulichen Veränderungen im Jahr 1968 wurde 1994 schließlich eine denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung durchgeführt.
Seit 2002 ist mit der Agentur pro event ein Partner gefunden, der das Portland Forum am Herrenberg, wie die Festhalle heute heißt, auf modernem und professionellem Niveau hält und jährlich ca. 100 Veranstaltungen in Leimen abwickelt.
Traditionelles Fundament und modernes Management, das ist der Grundstein für den weiteren Erfolg des Geburtstagskindes.
(Quelle: Dietmar Cramer & Steffen Fuchs, „Von Menschen und Zement – die Geschichte des Zementwerks Leimen“ S. 99ff)
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